EM: Spiele und Gewalt

UEFA droht Russland Ausschluss von der EM an

Ob Syrien, Irak oder auch jüngst in den USA, eine Schreckensnachricht scheint der anderen zu folgen. So haben die meisten Menschen einfach nur den Wunsch, dass die Gewalt sofort aufhören muss. Leider ist ein solches aber oft nicht möglich. Dieses gilt für politische Auseinandersetzungen genauso wie für Terrorismus und „kaputte“ Einzelfanatiker. Wohltuend ist aber, dass es zumindest der UEFA gelingt, hier ein Zeichen zu setzen. So wurde dem russischen Verband von der UEFA-Disziplinarkommission ein Ausschluss von den Spielen zur laufenden UEFA-EM angedroht, wenn sich noch einmal solche Ausschreitungen wiederholen, wie die Randale russischer „Fans“ im EM Stadion von Marseille sowie das brutale Vorgehen russischer Fans im Stadtzentrum von Marseille gegen englische Fans, bei den es zu 44 Verletzten und zahlreichen Festnahmen kam. Diese Ausschreitungen drängten sogar die die große Terrorangst zum EM-Startwochenende in den Hintergrund.

Wie ist das Urteil zu bewerten?

Die Androhung eines sofortigen Turnierausschlusses ist umso höher zu bewerten, als dass es eine ähnliche Strafandrohung zuvor noch nie gegeben hat. Hinzu kommt, dass die Ausschlussdrohung zusätzlich mit einer Geldstrafe in Höhe von 150.000 Euro verbunden ist. Die Geldstrafe dürfte wahrscheinlich nicht dazu führen, dass die angeblichen Fans zur Raison gebracht werden können, wohl aber ein Ausschluss der russischen Nationalmannschaft. Mit anderen Worten: erfolgen nochmals ähnliche Krawalle, so muss die Sbornaja sofort nach Hause fahren.

Warum wird Deutschland nicht verklagt?

Neben dem russischen Verband wurde auch der englische Verband verwarnt, dieses allerdings ohne eine konkrete Strafandrohung. Glimpflich davon gekommen ist der Deutsche Fußball-Bund. Zwar randalierten vor dem Erstrundenspiel der Deutschen-Nationalmannschaft in Lille gegen die Ukraine auch deutsche Fans, aber dieses nicht im Stadion. Wenn Krawalle außerhalb des Stadions stattfinden, so hat befasst sich die Exekutive nicht damit, weil die Disziplinarkommission der UEFA keine Möglichkeit für eine Strafe hat. Ein gutes Bild haben die Krawalle aber nicht auf Deutschland geworfen.

 

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4 thoughts on “EM: Spiele und Gewalt

  1. daniel

    Die Nationalmannschaften aufgrund der gewalttätigen Fans vom Turnier auszuschließen halte ich für keine gute Lösung. Die Mannschaften können doch nichts dafür, und ich befürchte mit einem Ausschluss würden die Randale erst richtig losgehen.

     
  2. Markus

    Ich hoffe, die Organisatoren stehen dann auch zu Ihren Aussagen und lassen Ihren Worten auch Taten folgen – zumal die Aussagen der russischen Politiker zum Thema auch ein „Geschmäckle“ haben.
    Und auch wenn die Verletzungen natürlich das Schlimmste sind, ohne Frage, aber auch die Sachschäden, die bei solchen verachtenswerten Aktionen entstehen, sind oftmals ein großes Ärgernis für die Betroffenen. Ganz schlimm, solche „Fans“.

     
  3. Christian

    Die Gewalt und die Gewaltbereitschaft an sich ist schon ein großes Problem. Schade dass die Leute das Hauptaugenmerk auf den falschen Schwerpunkt legen, denn um Sport geht es dabei lange nicht mehr!

     
  4. Georg

    Schade. dass damit nicht nur der Ruf des Fußballs immer weiter in den Dreck gezogen wird, sondern auch der Ruf des deutschen oder der Ruf des Landes, dessen Fans der Meinung sind randalieren zu müssen! Sowas wirft immer ein schlechtes Bild auf die Beteiligten selbst aber vorallem auch auf Menschen die nichts dafür können!

     

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