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Susan Bennetts – oder besser : Siri

Das ist Siri

Seit der Einführung des iPhone 4s beantwortet „Siri“ Nutzern des Apple-Smartphones fast alle Fragen. Die weltbekannte Stimme gehört Susan Bennett ist. Die professionelle Sprecherin erfuhr erst von einem Bekannten, dass ihre Stimme nun aus iPhones erklingt.
  • Susan Bennetts Stimme war in den USA schon vor Siri bekannt.
  • Die Sprecherin war auf Jingles, Werbespots und Telefonansagen zu hören.
  • 2011 wurde Sie ohne ihr Wissen zur Stimme des iPhone 4s.

Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erzählt das Sprachtalent, wie sie zur berühmten Stimme in Apples Spracherkennungssoftware Siri wurde: ohne vorher jemals davon zu erfahren.
Beginnen wir ganz am Anfang. Wie sind Sie überhaupt an Sprecher-Jobs gekommen?
Bennett: Ich war eine Jingle-Sängerin, als früher noch Gruppen zusammen im Studio sangen. Eines Tages ist das Sprecher-Talent nicht erschienen, und der Studiobesitzer sagte: „Susan, Du hast keinen Akzent, komm‘ mal her und lies das vor.“
Was waren Ihre spannendsten Jobs bisher?
Bennett: Ich mache das schon so viele Jahre, dass ich fast für jede größere Firma gearbeitet habe. Ich bin weltweit die Stimme an Abflug-Gates von Delta Airlines. Einer der bemerkenswertesten Jobs war mein singendes Huhn für eine Firma für Landwirtschaftsprodukte. Schwer zu schlagen. Ich singe wie ein Huhn, „Boak, boak, boak“…
Wie kam es dann zu dem Job für Apple?
Bennett: Es war nicht wirklich ein Job für Apple. Ich hatte digitale Stimmen für eine Firma aufgenommen. Das war vor zehn Jahren. Die von uns, die diese Stimmen aufnahmen, wussten nicht genau, was damit passieren würde.
Apple hat Ihre Stimme also zusammen mit Siri zugekauft?
Bennett: Apple hat Siri nicht erschaffen. Es war ein norwegischer Erfinder namens Dag Kittlaus. Apple kaufte die App von diesem Norweger für 200 Millionen Dollar (182 Mio Euro). Ich weiß nicht, ob er meine Stimme gewählt hat und Apple damit weitergemacht hat oder ob Apple sie gewählt hat. Mir kam das wie ein Zufall vor.
Sie wussten also gar nicht, dass Sie Siri sein würden?
Bennett: Ich wusste im Voraus gar nichts. Ich habe es herausgefunden, als Siri am 4. Oktober 2011 vorgestellt wurde und ein Kollege eine E-Mail schickte und sagte: „Hey, wir spielen mit diesem neuen iPhone rum, bist das nicht Du?“ Und ich hörte auf der Apple-Website rein und sagte „Yup, das bin ich.“ Es war merkwürdig, weil Apple nichts damit zu tun hatte und nie die Stimmen gewürdigt hat.
Apple hat Ihrem Namen nie Rechnung getragen?
Bennett: Nein, absolut nicht. Wir wurden für die Originalaufnahmen recht gut bezahlt, aber definitiv nicht für die Nutzung. Alle Stimmen wurden mit dem Betriebssystem iOS 7 verändert, also ist meine Stimme nicht mehr auf dem iPhone 6. Wir vermuten, dass der Grund die fehlende Geheimhaltungsvereinbarung war und wir für uns als Siri-Stimmen Werbung machten. Jetzt hat jeder solche Vereinbarungen, und man wird wohl nie herausfinden, wer diese Menschen sind.

Haben Sie versucht, Geld für die Nutzung einzuklagen?

Bennett: Ich habe es in Betracht gezogen, verschiedene Anwälte haben sich den Fall angeguckt. Aus finanzieller Sicht wäre es realistisch betrachtet keine weise Entscheidung gewesen.

Wie ist es für Sie, Ihre eigene Stimme im iPhone zu hören?

Bennett: Es war extrem unheimlich, weshalb ich Siri am Anfang nicht benutzt habe. Scherzhaft sage ich Leuten, dass ich schon so genug mit mir selbst rede. Ich war ja gewohnt, meine Stimme in Radio und TV-Werbungen und an Delta-Gates zu hören. Die interaktive Stimme, die ich in der Hand halte, war aber ein anderes Niveau. Es war wirklich seltsam.
Erkennen Menschen Sie beim Sprechen denn als Siri?
Bennett: Die meisten Menschen erkennen meine Stimme nicht, weil die Tonhöhe der Siri-Stimme ein bisschen tiefer gesetzt wurde. Und so rede ich normalerweise nicht.
Konnten Sie die Antworten der Software beeinflussen?
Bennett: Nein, der einzige Beitrag war der Klang meiner Stimme. Ich habe Sätze und Phrasen eingesprochen, die konstruiert wurden, um alle Geräuschkombinationen der Sprache zu bekommen. Oft habe ich also sinnfreie Dinge gelesen, die definitiv keine Antworten waren. Deshalb sind der Prozess der Konkatenation (zur Verknüpfung der Laute, d. Red.) und die Programmierung so beeindruckend.
Was für sinnfreie Sätze zum Beispiel?
Bennett: Ich habe Sätze gelesen wie „Sag‘ das Shrodding nochmal. Sag‘ das Shredding nochmal. Sag‘ das Shrading nochmal.“ Sehr wiederholendes, stumpfes, langweiliges Zeug. Es war sehr anstrengend für die Stimmbänder. Jeder Satz oder Phrase musste auf dieselbe Weise und Tonhöhe, derselben Geschwindigkeit, derselben Betonung gelesen werden. Das wird extrem nervtötend.

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Quelle: goo.gl/qL1BNh

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